RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt: Der große Umzug hat begonnen

RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt: Der große Umzug hat begonnen

In sieben Kliniken arbeiten am Campus Bad Neustadt der RHÖN-KLINIKUM AG unterschiedliche medizinische Fachdisziplinen in direkter Nachbarschaft eng zusammen. Um den rasanten Entwicklungen im Gesundheitssektor angemessen zu begegnen und die entscheidenden Weichen für die Zukunft jetzt zu stellen, wandelt sich der Arbeitsplatz von tausenden Mitarbeitern grundlegend.

Jetzt geht’s richtig los: Anfang 2019 nimmt der neue RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt mit seinen hochmodernen vernetzten Einrichtungen seinen Betrieb auf. Bis dahin wird noch an allen Ecken und Enden geschraubt. Obwohl der Zeitplan von Anfang an ehrgeizig war, verläuft nach wie vor alles nach Plan. „Wir sind sehr gut vorbereitet“, sagt Stefanie Straub, die als Kaufmännische Leiterin des Campus auch die Umzugsleitung innehat.

Erster Bauabschnitt: Zentrum für klinische Medizin

Den ersten großen Bauabschnitt stellt das neue Zentrum für klinische Medizin (ZkM) dar. Das moderne Gebäude wird nicht nur die Bereiche der ehemaligen Herz- und Gefäß-Klinik und Klinik für Handchirurgie, sondern auch noch weitere Abteilungen des bisherigen Campus sowie die Abteilungen der RHÖN-Kreisklinik unter einem neuen Dach vereinen. 

Wesentlicher Bestandteil des von der RHÖN-KLINIKUM AG verfolgten modernen Campus-Konzepts ist auch, dass die neue Zentrale Notaufnahme die bestehenden Notfallambulanzen der Herz- und Gefäß-Klinik, der Klinik für Handchirurgie, der Neurologischen Klinik und der RHÖN-Kreisklinik zentral zusammenfasst und somit für Patientinnen und Patienten zur ersten Anlaufstelle und zum zentralen Wegweiser wird. 

Bevor die Masse von über 10.000 Umzugskartons ins ZkM gebracht wird, prüfen Experten dort mit Hilfe ausführlicher Tests zunächst die gesamte neue Technik. Denn erst wenn die Technische Abteilung, die Zentralsterilisation und viele weitere Abteilungen den Standort freigeben, kann der Umzug tatsächlich stattfinden. 

Moderne IT als Rückgrat

Und weil eine moderne IT-Infrastruktur wesentlich für jedes moderne Krankenhaus ist, laufen die Planungen zum Umzug und der Einrichtung der Datenverarbeitungsanlagen auf dem Campus-Gelände schon seit über zwei Jahren. „Insgesamt installieren wir zur Zeit über 1000 neue Computer“, sagt Martin Scherer, stellvertretender Leiter der Konzern-IT der RHÖN-KLINIKUM AG und Leiter der Standort-EDV des Klinikums in Bad Neustadt. „Das Rückgrat der Datenverarbeitung bilden über 300 Kilometer Daten- und Stromleitungen sowie rund 10.000 Netzwerk-Steckdosen.“

Doch mit dem Aufbau der Geräte und der Verlegung von Kabeln ist es nicht getan: Viele Prozesse im Bereich der Datennutzung und -verarbeitung werden zur Zeit detailliert angepasst oder gleich ganz neu entwickelt. Die größte Herausforderung beim Umzug auf den Campus stellt die Integration der verschiedenen bisherigen Krankenhaus-Informationssysteme dar. Diese Software bildet quasi das „Betriebssystem“ eines Krankenhauses und steuert zum Beispiel die Verwaltung der Patientendaten. „Nach dem Umzug werden wir ein einheitliches Krankenhaus-Informationssystem für den gesamten Campus haben“, sagt Scherer.

Besonders komplex ist es, bestehende Patientendaten aus den bisherigen Informationssystemen herauszuziehen und sinnvoll neu zu verknüpfen. Schließlich geht es um Millionen von Datensätzen, die aus verschiedenen Quellen kommen und nach dem Umzug an der richtigen Stelle im System verankert und abrufbar sein müssen. Der vollständige Abgleich dieser Informationen, die korrekte Zuordnung zu den Patientinnen und Patienten sowie der Datenschutz genießen dabei allerhöchste Priorität.

Optimale Versorgung für die Patienten

Neben der Verwaltung dient die neue IT-Struktur vor allem der optimalen medizinischen Versorgung der Patientinnen und Patienten. Die Anforderungen an die Technik sind in diesem Bereich besonders hoch, denn geplant wird in Bad Neustadt nicht nur für heute, sondern für die Zukunft. Und die gehört auch der sogenannten Telemedizin, bei der Ärzte sich mit ihren Patienten zum Beispiel per Videochat unterhalten. 

Damit diese Art von moderner Kommunikation reibungslos funktioniert, sind unter anderem schnelle Glasfaserverbindungen sinnvoll. Diese machen es auch möglich, dass große Datenmengen bis in die Operationssäle hinein übertragen werden können, wo interdisziplinär arbeitende Teams aus verschiedenen Fachbereichen auf sie zugreifen – und somit ein umfassendes Bild über Diagnosen und Behandlungsoptionen bekommen. 

Darüber hinaus ermöglicht ein den gesamten Campus überspannendes Funknetzwerk jederzeit den drahtlosen Zugang zu Informationen, also zum Beispiel per Tablet oder Mobiltelefon. 

Auch im nicht-medizinischen Bereich gibt es zahlreiche weitere Einsatzfelder, die in das neue IT-Konzept auf dem Campus integriert werden. Dazu zählen unter anderem Brandmeldeanlagen, die Computersteuerung von Küchengeräten, zentral verwaltete Schließanlagen und die sogenannte Gebäudeleittechnik. 

Digitaler Wegweiser für die Patienten

Nicht zuletzt werden auch die Patientinnen und Patienten von der modernen Technik direkt profitieren: Schon beim Betreten der Klinik nimmt sie ein digitaler Wegweiser an die Hand. Elektronische Patientenakten geben dem behandelnden Personal jederzeit Auskunft über Patientendaten, Medikation und Behandlungsfortschritte. Und direkt vom Krankenhausbett aus lassen sich umfangreiche Unterhaltungsangebote und allgemeine medizinische Auskünfte über das Kliniknetzwerk abrufen. Hier steht Praktikabilität im Vordergrund.

Auch wichtig war den Planern von Anfang an, dass die Patientinnen und Patienten im Idealfall nichts vom großen Umzug mitbekommen. Das Bayerische Rote Kreuz bringt sie von der alten auf die neue Station und informiert zuvor ausführlich. Zeitlich planbare Operationen werden nicht an den Umzugstagen ausgeführt, sondern auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Diese Regelung gilt allerdings selbstverständlich nicht für Notfälle: So lange es nötig ist, werden deshalb Operationssäle in den bisherigen Kliniken und im ZkM parallel geführt.

Eine ähnliche Regelung gilt auch für die Geburtshilfe. Keine Mutter soll befürchten müssen, von einem in den anderen Kreißsaal umziehen zu müssen. „Wir werden die Geburtshilfe, für eine gewisse Zeit, in beiden Häusern doppelt vorhalten“, sagt Umzugsleiterin Stefanie Straub, mit Verweis auf die neuen, größeren Räumlichkeiten am neuen Standort.

Die Palliativstation wird als letzte Abteilung umziehen. Denn dann bleibt Zeit, den Umzug gemeinsam mit der Unterstützung des Bayerischen Roten Kreuzes so ruhig wie möglich anzugehen. Im ZkM wartet auf die Patienten der schönste Bereich des gesamten Neubaus: Oben im sechsten Stock ermöglicht der Blick aus den bodentiefen Fenstern auch direkt vom Bett aus die Sicht über Bad Neustadt und das Tal der Fränkischen Saale bis zur Hohen Rhön.