Upgrade für die Neugeborenen-Untersuchung: Kampf der Spinalen Muskelatrophie

Statistisch gesehen leidet eines von 7.000 Neugeborenen weltweit an der sogenannten Spinalen Muskelatrophie (SMA). Diese Erbkrankheit, die Nervenzellen schädigt, welche für die Bewegung der Muskulatur, einschließlich der Atemmuskulatur, zuständig sind, gehört zu den seltenen Krankheiten. Über mehr als 100 Jahre starben die meisten betroffenen Babys schon nach wenigen Monaten. Schon deshalb war es Expert:innen der Kinderheilkunde schon immer ein besonderes Anliegen, diese tückische Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Am 1. Oktober ist dieser Wunsch für das Universitätsklinikum Gießen und Marburg in Erfüllung gegangen: Am dort ansässigen Zentrum für Seltene Erkrankungen können solche Kinder nun frühzeitig behandelt werden, da die Spinale Muskelatrophie deutschlandweit in das sogenannte Neugeborenen-Screening aufgenommen worden ist und nach Jahren der intensiven Forschung behandelbar ist.

Therapiehündin Lenny im Einsatz gegen Depression und Angststörung

Die meisten Menschen mögen Hunde. Sie gelten als treue Begleiter und aktive Spielkameraden. Was viele nicht wissen: Auch im Alltag einer Klinik können sie eine bedeutende Rolle spielen.

Zum Beispiel an der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Gießen. Hier nämlich bildet Physiotherapeutin Nadine Jänisch derzeit ihre Welpen-Hundedame Lenny aus. Damit diese im Rahmen der sogenannten Tiergestützten Therapie in Zukunft Patient:innen beim Genesungsprozess unterstützen kann. Aber was kann ein Hund besser als ein Mensch?

Prüfen – Rufen – Drücken!

Traurig, aber leider wahr: In einer Notfallsituation traut sich die Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht, Erste-Hilfe-Maßnahmen durchzuführen – und das schon seit Jahren. Grund hierfür ist in den meisten Fällen die Angst, beim Helfen etwas falsch zu machen, die Situation noch zu verschlimmern, oder gar für eventuelle Fehler haftbar gemacht zu werden.

Corona hat die Lage noch verschärft, denn vielerorts konnten aufgrund der Kontaktbeschränkungen keine Erste-Hilfe-Kurse angeboten werden. Dazu kommt die Angst, sich als Ersthelfer mit Corona anzustecken.

Mit einigen Mythen und Vorurteilen möchte Dr. Michael Dinkel, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Campus Bad Neustadt, aufräumen: „Niemand braucht Angst davor zu haben, Fehler zu machen. Der einzige wirklich gravierende Fehler ist, nichts zu unternehmen.“

Kinderpsychosomatik: Das Lachen ist zurück

12-Jähriger berichtet über stationäre Therapie in der Gießener Familien- und Kinderpsychosomatik

Louis aus Mittelhessen ist 12 Jahre alt. Freundlich, aufgeweckt und manchmal ein wenig nachdenklich erzählt er per Videokonferenz von seinem Leben. Ein Leben, in dem nach der Trennung seiner Eltern irgendwie der rote Faden, der alles zusammen hielt, verloren ging. Louis war fünf Jahre alt, als seine Eltern sich trennten. Er blieb bei der Mama, den Papa sah er regelmäßig. So weit so gut. Doch die Gefühle von Hilflosigkeit, Unsicherheit, Schuldfragen und Loyalitätskonflikte gegenüber den Eltern angesichts dieser einschneidenden Veränderung kamen und blieben. Daran hat niemand Schuld, das passiert, wenn Lebenswege plötzlich steil und steinig werden. Viel Arbeit für eine Kinderseele, solch dicke Brocken aus dem Weg zu räumen, manchmal zu viel.

Arzneimittel-Anamnese: Wie lückenlose Dokumentation im Klinikalltag Leben retten kann

Die Zahl ist alarmierend: Deutschlandweit sterben jährlich bis zu 30.000 Menschen an arzneimittelbezogenen Komplikationen, wie zum Beispiel Überdosierungen oder unerwünschten Wechselwirkungen von Präparaten.

„Pillen, diese kleinen weißen Stückchen, sehen meistens ziemlich harmlos aus“, sagt Dr. Grit Berger, Leitende Apothekerin der Zentralklinik Bad Berka. „Aber sind sie einmal geschluckt, kann man ihre Wirkung nur noch schwer unterdrücken. Das kann sehr gefährlich sein.“ Aus Erfahrung weiß die Expertin auch: Viele Menschen sind sich der Tragweite einer falschen Einnahme von Medikamenten nicht bewusst.

Ein sinnvolles Konzept, um derartige Probleme zu verhindern, ist die sogenannte Arzneimittel-Anamnese, für die Frau Dr. Berger Expertin ist. Die Mission ihres 6-köpfigen Apotheker-Teams beschreibt sie so: „Der richtige Patient bekommt zur richtigen Zeit das richtige Medikament in der richtigen Dosierung und in der richtigen Darreichungsform.“