Wenn die Seele hungert

Am 17. Februar beginnt sie, in diesem Jahr und geht bis zum 3. April, die Fastenzeit. In dieser Zeit entscheiden sich viele von uns aktiv dazu auf  Essen, z.B. Süßigkeiten, zu verzichten. Aber was ist, wenn das Essen den emotionalen Hunger stillt?

Essen, wenn man Hunger hat, aufhören, wenn man satt ist – eigentlich ganz einfach, oder? Viele Menschen essen aber aus anderen Gründen: weil sie gestresst oder einsam sind, um Kummer oder Ängste zu vertreiben.

Kurzfristig funktioniert das auch, denn Nahrungsaufnahme hat einen beruhigenden Effekt. Doch weil der nur kurz anhält, isst man oft insgesamt zu viel – vor allem Ungesundes und Hochkalorisches. Wenn der emotionale Hunger kommt, ist man eher geneigt, zu Eis, Kuchen oder Chips zu greifen als zu Gemüse. Emotionales Essen gilt daher als einer der Hauptgründe für Übergewicht.

Woher kommt emotionaler Hunger?

Viele von uns haben bereits als Kinder gelernt, dass Essen tröstet: Wer beim Kinderarzt tapfer ist, bekommt zur Belohnung ein Eis, wer quengelt, wird mit Keksen abgespeist. Diese Kopplung von Gefühlen und Essen verfestigt sich bei vielen Menschen. Im Erwachsenenalter wird sie bei manchen zum Problem in Form eines nicht natürlichen, emotionalen Essverhaltens oder sogar als Essstörung.

Emotionalen und echten Hunger unterscheiden

Wer sich emotionales Essen abgewöhnen will, muss zunächst lernen, emotionalen und körperlichen, „echten“ Hunger zu unterscheiden. Denn den meisten ist es gar nicht bewusst, wenn sie aus Frust oder Stress die Kühlschranktür öffnen. Der erste Schritt, wenn man dem emotionalen Essen abschwören möchte, ist deshalb, sich selbst zu beobachten: Wann tritt der Heißhunger auf? Sind es bestimmte Situationen, zum Beispiel abends, wenn man sich nach einem stressigen Tag entspannen möchte?

Gesundes Essverhalten, emotionales Essen oder Essstörung?

Wer nur manchmal aus emotionalen Gründen isst, hat nicht unbedingt ein Problem. Ausnahmsweise ist ein solches Verhalten durchaus normal. Wer jedoch regelmäßig emotional isst, hat möglicherweise insgesamt kein entspanntes Verhältnis zum Essen und tut gut daran, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wichtig: Wer das Gefühl hat, dass er das Problem nicht selbst in den Griff bekommt oder unter einer Essstörung wie Bulimie, Magersucht oder Esssucht leidet, sollte sich professionelle Hilfe suchen. „In diesem Fall ist es ratsam, einen Arzt, einen Psychotherapeuten oder eine Beratungsstelle aufzusuchen“, sagt Guido Loy, leitender Oberarzt und Leiter der Tagesklinik der Psychosomatischen Klinik am Campus Bad Neustadt. Weitere Informationen zu dem Thema gibt es unter www.bzga-essstoerungen.de.

Das können Sie selbst tun

Diäten sind bekanntlich nicht nachhaltig, was Abnehmen angeht. Bei emotionalem Essen können sie zusätzlich schaden, da sie Heißhunger noch verstärken oder sogar die Entwicklung einer Essstörung begünstigen können. Statt sich zu viel zu verbieten, sollten Sie lieber versuchen, ausgewogen und regelmäßig zu essen und Ihre Mahlzeiten bewusst und achtsam zu genießen. Essen Sie langsam, achten Sie auf Geschmack, Geruch, Textur und versuchen Sie wahrzunehmen, wann ein Sättigungsgefühl eintritt.

Tipps bei Heißhunger

Wenn Sie merken, dass sich eine emotionale Hungerattacke anbahnt, können Sie zum Beispiel eine vorher erlernte Achtsamkeits- oder Atemübung anwenden, um sich zu beruhigen. Oder Sie schreiben in einer Art Tagebuch in wenigen Sätzen auf, wie Sie sich fühlen. Vielleicht finden Sie so Wege, Ihre eigentlichen Bedürfnisse zu spüren und zu stillen, anstatt sich mit Essen zu „betäuben“. Auch eine Inventur im Vorratsschrank kann helfen: Kaufen Sie erst gar keine ungesunden Snacks und bevorraten Sie sich stattdessen mit gesunden Alternativen.

Gesund snacken: 3 Tipps

Wenn der kleine Hunger unterwegs oder bei der Arbeit kommt, greifen wir oft zu Hochkalorischem wie Schokoriegel. Das ist nicht nur ungesund, es bringt auch den Blutzuckerspiegel durcheinander und provoziert Heißhungerattacken. Besser sind gesunde Snacks, die satt machen, ohne den Blutzucker zu stark nach oben zu treiben. Probieren Sie doch mal eine dieser Snackideen für unterwegs:

  1. Eine Handvoll Mandeln liefern nicht nur Energie, sondern auch viele wertvolle Fettsäuren, Proteine, Ballaststoffe, Vitamine und Spurenelemente.
  2. Ein Stück dunkle Schokolade mit einem Kakaogehalt von mindestens 70 % hilft bei Schokoladengelüsten und soll auch noch diverse positive Effekte auf die Gesundheit haben.
  3. Haferflocken machen richtig satt. Neben wertvollen Spurenelementen und Vitaminen tragen sie durch viele Ballaststoffe zu einer guten Verdauung bei. Und sie helfen sogar, den Cholesterin- und den Blutzuckerspiegel zu senken. So bereiten Sie in Windeseile ein leckeres Müsli für zwischendurch zu: Schraubglas auf, 40 g Haferflocken, 40 g Naturjoghurt, 100 ml Milch rein, nach Belieben mit Leinsamen, Nüssen und Obst verfeinern. Deckel drauf, über Nacht oder für ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen und jederzeit eine gesunde Zwischenmahlzeit genießen.

 

 

 

 

 

 

Ihr Experte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Guido Loy
Leitender Oberarzt und Leiter der
Tagesklinik der Psychosomatischen Klinik am Campus Bad Neustadt

 

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