Wie beeinflusst die Elektronische Patientenakte meine Behandlung?

Wie beeinflusst die Elektronische Patientenakte meine Behandlung?

Kommunikationsdschungel: Wer kennt das nicht. Nach einem Krankenhausaufenthalt hat man einen Termin beim Hausarzt. Die Unterlagen des vorher behandelnden Arztes liegen noch nicht vor, so dass sich die Weiterbehandlung verzögert. Genau an dieser Stelle setzt die Elektronische Patientenakte an. Diese verbessert die Kommunikation und Vernetzung zwischen Klinik und niedergelassenen Ärzten zum Wohle des Patienten. Alle am Netzwerk beteiligten Haus- und Fachärzte, Expertenzentren und Partnerkliniken können über eine gemeinsame Plattform sicher und einfach kommunizieren. Vorausgesetzt, dass der Patient mit der Weitergabe der Informationen einverstanden ist.

Patientenbericht Elektronische Patientenakte

Bei meinem letzten Termin in der Klinik fragte mich die Mitarbeiterin der Patientenaufnahme, ob ich meine Gesundheitsinformationen über die Elektronische Patientenakte meinen weiterbehandelnden Ärzten zur Verfügung stellen möchte. Als Patient mit einer onkologischen Erkrankung muss ich sehr viele Arzttermine wahrnehmen. Regelmäßig muss ich zur Verlaufskontrolle in die Klinik und auch im ambulanten Bereich weitere Termine beim Facharzt und Hausarzt wahrnehmen. Deswegen stimmte ich der Weitergabe meiner Gesundheitsdaten über die Elektronischen Patientenakte zu, damit alle Informationen allen zur Verfügung stehen. Es geht ja um meine Gesundheit!

Heute sind all meine behandelnden Ärzte über die Elektronische Patientenakte miteinander verbunden und können Befunde und CT-Bilder austauschen und haben Überblick über meine aktuellen Medikamente. Bei meinem letzten Besuch in der Klinik wurden beispielsweise CT-Bilder gemacht. Als ich zwei Tage später bei meinem niedergelassenen Onkologen war, lagen die Bilder schon vor und er konnte mir anhand dieser Bilder die Weiterbehandlung erklären.

Häufig bin ich bei den Arztgesprächen sehr aufgeregt, was es für mich schwierig macht meine medizinische Situation zu verstehen, geschweige anderen Ärzten zu erklären. Ich habe das Gefühl, dass die Elektronische Patientenakte dafür sorgen kann, dass Informationen nicht verloren gehen und an der richtigen Stelle verfügbar sind. Angst, dass meine Daten weitergegeben werden, habe ich nicht, da ja nichts ohne meine schriftliche Zustimmung passiert.

Hintergrund

Nicht selten führt die Komplexität des Gesundheitssystems zu Unverständnis bei vielen Millionen Patienten und deren Angehörigen. Unverständnis herrscht unter anderem darüber, dass die am Behandlungsprozess der Patienten beteiligten Ärzte so wenig (und so langsam) untereinander kommunizieren. Die Verfügbarkeit der richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt kann für Patienten lebensrettend sein – dazu gehören beispielsweise Informationen zu Unverträglichkeiten, Allergien und der aktuellen Medikation.

Darüber hinaus sind Informationen zu Vorerkrankungen und dem beruflichen Hintergrund entscheidend für die Diagnostik und Therapie. Nur, weil die medizinischen Leistungserbringer „nicht miteinander reden“, verzögern sich oft die Aufenthalte der Patienten in Krankenhäusern. Täglich könnten unzählige Doppeluntersuchungen vermieden werden, wenn beispielsweise Röntgenaufnahmen von Patienten allen an der Behandlung beteiligten Ärzten rechtzeitig und ortsunabhängig zur Verfügung stehen würden. Die Elektronische Patientenakte ermöglicht eine sektorenübergreifende und effiziente medizinische Versorgung von Patienten.